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Montag, 20.März / 20:00 Uhr
Jugend- und Kulturzentrum mon ami
Herfried Münkler und Marina Münkler
Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft
Lesung und Autorengespräch
Moderation: Gerlinde Sommer, stellvertretende Chefredakteurin der Thüringischen Landeszeitung

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Deutschland ist aus seiner Behaglichkeit gerissen worden. Die „Flüchtlingskrise“ hat die Grundprobleme unserer Gesellschaft sichtbar gemacht und gezeigt, dass das alte Deutschland unwiderruflich vergangen ist. Herfried und Marina Münkler betten die aktuelle Situation – jenseits der Aufgeregtheiten der Tagespolitik – in den historischen Zusammenhang ein und weisen darauf hin, dass Wanderungs- und Fluchtbewegungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Deutschland hat sich immer wieder – mit neuen Menschen – neu aufgestellt. Das wird auch heute nicht ohne Brüche und Probleme abgehen: Mächtige, oft divergierende Kräfte werden in der deutschen Gesellschaft freigesetzt. Wie können sie beherrscht werden, was muss man tun, damit wir ihnen nicht wehrlos gegenübertreten? Herfried und Marina Münkler benennen die Risiken und Gefahren präzise und realistisch; gleichzeitig zeigen sie aber auch die großen Chancen auf, die sich uns bieten. Die neuen Deutschen – das sind wir. Nur wenn wir die Grundfragen klären, in welchem Land wir leben wollen, wie es sich verändern soll und wie nicht, kann dieser größte Umbruch seit der Wiedervereinigung gelingen. Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt- Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mehrere seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa „Die neuen Kriege“ (2002), „Imperien“ (2005), „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde und „Der Große Krieg“ (2013), das monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Marina Münkler, geboren 1960, ist Professorin für Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Sie hat zum Begriff des Fremden geforscht und zum Phänomen der Interkulturalität. 1998 erschien „Marco Polo“; 2000 „Erfahrung des Fremden“ und „Lexikon der Renaissance“; 2003, herausgegeben mit Werner Röcke und Steffen Martus, „Schlachtfelder. Zur Codierung von Gewalt im medialen Wandel“.
Eintritt: 10/6/1.-€WP
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Dienstag, 21. März
9.00 Uhr in Schul- und Stadtteilbücherei Weimar/Schöndorf
11.00 Uhr in der Stadtbücherei
Robert M. Sonntag
Die Scanner
Lesungen für Schüler der 5. und 6. Klassen
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In seinem Buch „Die Scanner“ entwirft der Autor Robert M. Sonntag eine Welt, die weitgehend technisiert und automatisiert ist. Die Menschen bewegen sich im Jahr 2035, dem Jahr, in dem die Handlung spielt, innerhalb eines Regelwerks, das wenig Raum für Individualität lässt und auf heutige Leser kalt und abschreckend wirkt. Die beiden Hauptfiguren Rob und Jojo sind junge Menschen Mitte zwanzig, tragen eine sog. »Mobril« – eine Computerbrille, die im Sinne einer Augmented Reality ihren Träger mit Informationen versorgt – und arbeiten als Buchscanner: Für einen großen Konzern namens Ultranetz sollen sie auf ihren Wegen durch die Stadt Bücher aufkaufen, damit diese von Ultranetz gescannt und im Netz jederzeit allen Interessierten kostenlos zugänglich gemacht werden können. Das große Problem dabei ist die Tatsache, dass der Konzern wohl schon die meisten Bücher in seinem Besitz hat und die Lage für Jojo und Rob schwierig wird – schließlich leben die beiden vom Erfolg und den dafür gezahlten Prämien. Eines Tages aber begegnen die beiden jungen Leute doch noch einem Leser, und mit der Jagd nach seinem Buch beginnt ein spannendes Abenteuer, das eine der Hauptfiguren nicht überlebt…
Robert M. Sonntag heißt eigentlich Martin Schäuble. Er arbeitete als Journalist, bevor er in Berlin, Israel und in den Palästinensergebieten Politikwissenschaften studierte und in Politik promovierte. Als Sachbuchautor beschäftigt er sich vor allem mit dem Spannungsfeld Politik, Kultur und Religion. Die auf seinen Recherchen in Krisengebieten gemachten Erfahrungen verarbeitet er auch als Romanautor.
Eintritt frei, Voranmeldung von Gruppen erforderlich
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Mittwoch, 22.März / 19.30 Uhr
Stadtbücherei Weimar
Katja Lange-Müller
Drehtür
Lesung und Gespräch mit Autorin der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016
Moderation: Angela Egli-Schmidt

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Asta ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet. Von den Kollegen weggemobbt aus der Krankenstation in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie wollte eigentlich gar nicht zurück. Aber weil sich ihre Fehlleistungen häuften, bekam sie ein One-Way- Ticket geschenkt. Und nun weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen?
Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung – und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist: den Koch der nordkoreanischen Botschaft, der eines Abends mit geschwollener Wange in einem Berliner Hauseingang hockte, ihre Kollegin Tamara, die ein glühender Fan von Tamara „Tania“ Bunke war, ihren Exfreund Kurt, mit dem sie turbulente Wochen in einer tunesischen Ferienanlage verbrachte, und viele andere mehr. Mit jeder Zigarette taucht Asta tiefer in ihre Vergangenheit ein – und mit jeder Episode variiert die Erzählerin ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken. Katja Lange-Müller liefert mit diesem Roman einen weiteren Beweis ihrer großartigen Erzählkunst. Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Ostberlin, Schriftsetzerlehre, Arbeit in Druckerei und Bild-Redaktion einer Zeitung, dann pflegerische Hilfskraft auf geschlossenen psychiatrischen Frauenstationen. 1979 - 1982 Studium am Institut für Literatur Johannes R. Becher in Leipzig; danach Studienaufenthalt in der Mongolischen Volksrepublik und bis Nov. 1984 Lektoratsmitarbeiterin im Altberliner Verlag, dann Übersiedlung nach Westberlin. Ab 1986 erste Veröffentlichungen, seither zahlreiche bedeutende Literaturpreise und Stipendien.
Eintritt: 7/5/1€WP
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Freitag, 24.März / 18.00 Uhr
Glaspavillon auf dem Limona-Gebäude der Bauhaus-Universität
Silke Scheuermann und Peter Neumann
Musik: Oliver Räumelt, Akkordeon

Lyrik im Glaspavillon auf dem Limona-Gebäude der Bauhaus-Universität
Moderation: Dr. Frank Simon-Ritz
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„Hör mir zu: Dies ist die Zeit, / von der ich dir erzähle, / die träge aus der Zukunft fließende Zeit.“ Was Silke Scheuermann in ihrem Gedichtband SKIZZE VOM GRAS beschreibt, ist nichts weniger als eine „Zeit der Auflösung“, sie imaginiert das Ende aller Konventionen von Vergangenheit und Zukunft und entwirft Utopien wie diese: „Es war das Jahr, in dem sie das Ministerium für Pflanzen auflösten.“ Ihre Gedichte erzählen von einer neuen, einer „Zweiten Schöpfung“, lassen ausgestorbene Tierarten wieder aufleben – den Dodo, den Höhlenlöwen, den Säbelzahntiger. Eine Skizze ist ein Versuchsfeld, ein Bild, das die Geste der Arbeit noch in sich trägt; es geht um das Einfangen des Flüchtigen. In diesem Sinn sind auch Silke Scheuermanns Gedichte Versuchsfelder, zumal die Science-Fiction- Gedichte, die jene von Nicolas Born Anfang der siebziger Jahre erfundene Genrebezeichnung vom „utopischen Gedicht“ aufgreifen und weiterentwickeln. Die Autorin notiert Historien aus der Zukunft und knüpft dabei an den Verwerfungslinien der Gegenwart an: „Es ist wahr, man kann zu verträumt sein / zum Überleben.“ Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt bei Frankfurt am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise. „Man möchte, wenn man Peter Neumanns Gedichte liest, sagen, dass nicht nur die darin vorkommenden Themen maritim sind, sondern auch die kühle Brise des Tons. Aber wenn auch das Wort maritim seiner Übersetzung nach genau das sagt, was man meint – nämlich den Einfluss des Meeres auf eine Poetik –, so trifft dieses Wort die Eigenart dieser Gedichte doch so gar nicht. Das Maritime gibt es in der Dichtung nicht, das Maritime ist gänzlich von blau-weiß gestreiften Pullovern und Seebadflair okkupiert. Es gibt nicht den Einfluss des Meeres auf die Dichtung, sondern die Dichtung entsteht aus dem Meer oder eben nicht. Insofern ist das Meer und noch viel mehr die Küste, die ostnorddeutsche Landschaft […] konstituierend für diese Gedichte. Grenzen, die nicht scharf gezogen sind, wie in gebirgigeren Gegenden, sondern unmerklich bleiben: die so veränderliche Land-Meer- Grenze, die Grenzen der sandigen Wege in die Kiefernwälder hinein, die niedrigen Zäune und ebenerdigen Hauszugänge, das nur locker besiedelte Ostseevorland. Und die Weite zum ziellosen ‚Ströpern’“. Daniela Danz, aus dem Nachwort von GEHEUER
Peter Neumann, geboren 1987 in Neubrandenburg, Studium der Philosophie, Politik und Wirtschaft in Jena und Kopenhagen, lebt in Weimar. Zurzeit wiss. Mitarbeiter an der Universität Jena, Schwerpunkt Klassische deutsche Philosophie. Arbeitsstipendium des Freistaates Thüringen 2012, Förderpreis des Jungen Literaturforums 2008 und 2009, Eobanus-Hessus- Preis der Stadt Erfurt 2008. Im Frühjahr 2014 erschien der Gedichtband geheuer bei der edition AZUR, Dresden. Mitorganisator der unabhängigen Lesereihe In guter Nachbarschaft.
Eintritt: 7/5/1€WP
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Sonnabend, 25.März / 19.30 Uhr
Musikschule „Johann Nepomuk Hummel“
Karl-Liebknecht-Str. 1

Unterm Sternenzelt - Lyrik und Jazz
Mit Daniela Danz, Christoph Schmitz-Scholemann und Frank Simon-Ritz (Rezitationen) sowie Matthias Bätzel (Klavier), Bertram Burkert (Gitarre) und Matthias Eichhorn (Bass).
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Es verspricht eine spannende Begegnung zu werden, wenn "unterm Sternenzelt" klassische und moderne Gedichte auf zeitgenössisch interpretierte Jazzstandards treffen. Matthias Claudius und Joachim Ringelnatz werden in diesem Programm genauso zu Gehör gebracht wie George Gershwin und Thelonius Monk. Gedichte entfalten ihre Sprachmagie und der Jazz demonstriert seine Stärke, in Improvisationen Stimmungen aufzugreifen und sie zu variieren. Als Rezitarorin und Rezitatoren sind Nancy Hünger, Christoph Schmitz-Scholemann und Frank Simon-Ritz zu erleben. Die musikalischen Improvisationen werden von Matthias Bätzel (Klavier), Bertram Burkert (Gitarre) und Matthias Eichhorn (Bass) beigesteuert.
Eintritt: 10/6/1.-€WP
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Montag, 27.März / 19.00 Uhr
Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Bodo Kirchhoff
Widerfahrnis
Lesung mit dem Träger des Deutschen Buchpreises 2016
Moderation: Dr. Reinhard Laube

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Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist ...
Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. 'Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung', sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, 'jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.' Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt seine von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Romane 'Verlangen und Melancholie' (2014) sowie 'Die Liebe in groben Zügen' (2012).
Eintritt: 7/5/1 € WP
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Dienstag, 28.März / 19.00 Uhr
Eckermann Buchhandlung
Emma Braslavsky
Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen
Autorenlesung
Moderation: Christoph Schmitz-Scholemann

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Ein Paar im besten Alter: Jo, eine selbstsüchtige Enddreißigerin, zelebriert die schillernde Fassade einer Möchtegern-Weltverbesserin und lebt vom Geld ihres Mannes; Jivan, ein latent chauvinistischer Mittvierziger, heuchelt als selbstzufriedener Sexist den Feministen, manipuliert seine Frau nach Belieben und wird dabei selbst ahnungsloses Opfer seines Vaters und seiner feigen Selbsttäuschungen. Die blutjunge Roana wird von ihrem Vater zum einsamsten Vulkan dieser Erde geschickt, damit sie endlich zur Vernunft kommt. Sie macht sich stattdessen auf zu einer gewagten Suche nach dem Sinn des Lebens. Und eine unberührte, staatenlose Insel, die von einem Orkan freigelegt wird, sorgt als vermeintliches Paradies international für Schlagzeilen und Hysterie. „Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen“ ist ein Abenteuerroman über Fluch und Segen des Menschseins, eine Farce über notorische Lebensoptimierer und ihren Kampf um eine bessere Welt – oder wenigstens eine bessere Insel. Das Buch ist eine große vergnügliche Reise, und es erzählt die packende Geschichte unserer Suche nach Erkenntnis und Wahrhaftigkeit. Emma Braslavsky, 1971 in Erfurt geboren, ist seit 1999 als freie Autorin und Kuratorin tätig. Ihr Debütroman „Aus dem Sinn“ wurde 2007 mit dem Uwe-Johnson- Förderpreis sowie dem Franz-Tumler- Debütpreis ausgezeichnet und war für den Debütpreis des Buddenbrookhauses nominiert. Ihr zweiter Roman „Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik“ erschien 2008. Emma Braslavsky lebt in Berlin.
Eintritt: 7/5/1€WP
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Mittwoch, 29. März / 20.00 Uhr
e-werk, Maschinensaal
Eugen Ruge
Follower
Autorenlesung
Moderation: Beate Seidel

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Fünf Jahre nach dem internationalen Erfolg von „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ entwirft Eugen Ruge eine Geschichte, die in Ton und Tempo kaum unterschiedlicher sein könnte und sich doch als überraschende Fortschreibung erweist. Ein Buch über die Zukunft, in der wir schon heute leben. Unter dem künstlichen Himmelsblau von HTUA-China ist ein Mann unterwegs, um die neueste Geschäftsidee seiner Firma zu vermarkten: "true barefoot running" heißt das erstaunliche Produkt. Nio Schulz lebt mit Big Data, in einer Welt der Genderkameras, der technischen Selbstoptimierung.
Er schwimmt im Strom unaufhörlicher Information: In Australien wird die Klimabombe gezündet, seine Freundin in Minneapolis verhandelt mit ihm über Leihmutterkosten und @dpa meldet den Tod des einschlägigen Eigenbrötlers und Fortschrittsfeinds Alexander Umnitzer - seines Großvaters. Nio ist fortschrittlich. Schon neununddreißig, kämpft er darum, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Aber auf dem Weg zum Geschäftstermin verschwindet er vom Radar der Überwachungsbehörden. Voller überraschender Einfälle und Echos, mit sarkastischem Humor und auf distanzierte Weise mitfühlend, erzählt „Follower“ die Geschichte der nächsten Generation und zugleich, in einer aberwitzigen Ausholbewegung, die Vorgeschichte – von allem.
Eugen Ruge wurde 1954 in Soswa (Ural) geboren. Der diplomierte Mathematiker begann seine schriftstellerische Laufbahn mit Theaterstücken und Hörspielen. Für „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ bekam er den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen der Roman „Cabo de Gata“, die Bände „Theaterstücke“ und „Annäherung. Notizen aus 14 Ländern“.
Eintritt: 10/6/1€ WP, Karten nur im DNT
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Montag, 3.April / 19.30 Uhr
Thalia Buchhandlung
Paula Schneider
Bleib bei mir, denn es will Abend werden. Die Geschichte einer langen Liebe
Autorenlesung und Gespräch
Moderation: Sabine Brendel

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Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt. Ida und Ole sind ein Paar: seit fast 50 Jahren. Alt fühlen sie sich nicht. Auch einen Umzug wagen sie. Doch etwas schleicht sich ein ins Glück, etwas Abgründiges, Fremdes. Ida verstören Rufe, die manchmal zu ihr dringen - von Gegenüber wohl, aus einem Seniorenheim, einem Feierabendheim? Oder bringt etwas anderes sie so durcheinander? Lange ist weder Ole noch der großen Familie klar, was mit Ida geschieht. Bis sie vollends Richtung Abend fällt. Wie stark kann Liebe bleiben, wenn für den einen noch Tag herrscht, wo über den anderen schon Dämmerung und Demenz hereinbrechen?
Liebe im Alter – die preisgekrönte Autorin Paula Schneider erzählt davon emotional und poetisch. „Respektvoll und authentisch, in bildhafter Sprache und mit einem ganz persönlichen Zugriff bringt uns die Autorin dieses so relevante, heikle Thema nahe.“ So die Jury des „featurepreises“. Paula Schneider, 1976 in Leipzig geboren, hat ihre Kindheit in Berlin verbracht und 2003 ihr Diplom am Deutschen Literaturinstitut Leipzig abgelegt. Sie erhielt verschiedene Stipendien, u.a. im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf und das Alfred-Döblin- Stipendium der Akademie der Künste. Seit 2007 schreibt sie regelmäßig Radiofeatures und Hörspiele, die vielfach ausgezeichnet wurden, zuletzt mit dem schweizerischen „featurepreis“ für „Bleib bei mir, denn es will Abend werden. Lieben im Altenheim“.
Eintritt: 7/5/1€WP
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Dienstag, 4.April / 19.30 Uhr
Stadtbücherei Weimar
Kathrin Schmidt
Kapoks Schwestern
Autorenlesung
Moderation: Dr. Frank Simon-Ritz

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Kathrin Schmidt greift weit aus: Entlang der spannungsreichen Beziehungen der Familien Kapok und Schaechter erzählt sie von Krieg, Flucht, Teilung, Bespitzelung und neuer Freiheit – und von Liebe, Freundschaft, Schuld und Glück. Die Siedlung Eintracht, einst direkt an der Berliner Mauer gelegen, hat ihre Abgeschiedenheit bewahrt. Jahrzehntelang hat Werner Kapok sein Elternhaus, in das seine Schwester Renate gezogen ist, gemieden. Stattdessen gründete er eine eigene Familie und verließ sie schnell wieder. Später gab er seine Professur auf und verschwand. Nun kehrt er zurück, und die Familiengeschichte holt ihn ein. Denn im Haus gegenüber wohnen immer noch die Schaechter-Schwestern Barbara und Claudia, mit denen er groß geworden ist und seine Sehnsüchte teilte. Dass sie ihn, jede für sich, in die Liebe einführten, haben sie einander bis heute verschwiegen. Als dann auch noch Werners verlorener Sohn auftaucht, kann nichts bleiben, wie es war. Alte Geheimnisse, vergessene Leidenschaften, noch immer schwelende Konflikte müssen ans Licht. Kathrin Schmidt erzählt eine große Geschichte aus kleinen Verhältnissen, führt ihre Leser in abgelegene Gegenden, vergangene Zeiten und in die deutsche und europäische Gegenwart. Kunstvoll, mit Gespür fürs Detail, große Gefühle und niedere Instinkte. Kathrin Schmidt, geboren 1958 in Gotha, arbeitete als Diplompsychologin, Redakteurin und Sozialwissenschaftlerin. Sie erhielt für ihre literarischen Arbeiten zahlreiche Preise. 1998 erschien ihr Roman „Die Gunnar-Lennefsen-Expedition“, 2009 der Roman „Du stirbst nicht“, 2010 erschien „Blinde Bienen. Gedichte“, 2011 der Erzählungsband „Finito. Schwamm drüber“. Sie lebt in Berlin.
Eintritt: 7/5/1€WP
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Mittwoch, 5.April / 19.00 Uhr
Eckermann Buchhandlung
Friedhelm Hengsbach
BUCHPREMIERE:
Was ist los mit dir, Europa?
Moderation: Angela Egli-Schmidt
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„Was ist los mit dir, Europa?“ fragte Papst Franziskus, als er mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet wurde. Die EU ist aus den Fugen geraten. Nationale Strömungen durchkreuzen die Verständigung und den Zusammenhalt. Die politische Klasse verliert sich im Asylstreit. Was hält den freien Fall auf? Friedhelm Hengsbach, Deutschlands führender Sozialethiker, fordert ein radikales Umdenken: gute Arbeit und Lebensperspektiven für die Jugend im Süden und Osten Europas. Einen institutionellen demokratischen Umbau, der Europa eine Stimme in der globalen Welt gibt. Faire Beziehungen zu Entwicklungs- und Schwellenländern, statt imperialer Handelsabkommen. Und mehr direkte Beteiligung des Volkes. Denn Europa kann mehr.
Friedhelm Hengsbach SJ ist Mitglied des Jesuitenordens. Er studierte Philosophie, Theologie sowie Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1976.
Hengsbach war bis 2006 Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und Leiter des Oswald von Nell-Breuning- Instituts für Wirtschafts-und Gesellschaftsethik. Er lebt und arbeitet in der Katholischen Akademie Rhein-Neckar in Ludwigshafen (Rhein).
Eintritt: 7/5/1€WP
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Freitag, 7. April / 19.00 Uhr
Audimax der Bauhaus-Universität
Hilmar Schmundt, Annette Seemann, Lorenz Engell und Helmut Stadeler
Zukunft des Lesens – Zukunft des Buches
Ein Podium
Moderation: Dr. Frank Simon-Ritz

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"Zukunft", so lautet das Leitthema der diesjährigen LESARTEN. Und die Frage nach der Zukunft des Lesens und der Zukunft des Buches ist eine Frage, die die Veranstalter seit Jahren beschäftigt. Was hätte also näher gelegen, als die Abschlussveranstaltung genau diesem Thema zu widmen? Mit dem SpiegelOnline-Journalisten Hilmar Schmundt, dem Kulturwissenschaftler Lorenz Engell, dem Verleger Helmut Stadeler und der Autorin Annette Seemann konnten prominente Podiumsteilnehmer gewonnen werden, die mit dem Moderator Frank Simon-Ritz (Universitätsbibliothek) - einem der Mitveranstalter der LESARTEN - über diese Zukunftsfragen diskutieren werden. Einwürfe aus dem Publikum sind willkommen.
Eintritt frei
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Kino mon ami
Karten für die Filmveranstaltungen sind nur im Kino erhältlich!
30.03. & 31.03. I 19.00 Uhr
Die Stadt als Beute
D 2016, 82 min, FSK 6
R: Andreas Wilcke

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Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als 'the place to be'. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit 'zu Hause' – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.
Eintritt: 6,-/5,- € I Weimarpass: 1,- €
01.04. & 03.04. I 19.00 Uhr
Peter Handke - Bin im Wald, kann sein dass ich mich verspäte
D 2016, 89 min, FSK o. A.
R: Corinna Belz

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Seit vielen Jahren lebt und arbeitet Peter Handke in seinem Haus in einer Pariser Vorstadt, ein stiller, gastlicher, von Leben und Schreiben, Sprachlichem und Nicht- Sprachlichem aufgeladener Ort - 'eine Rettung', wie Handke einmal sagt. Hier beginnt der Film von Corinna Belz, von hier aus bricht er auf zu seinen mal hoch konzentrierten, mal fast beiläufigen, immer aufmerksamen Erkundungen und Begegnungen, hierher kehren wir ein ums andere Mal zurück. Peter Handkes genauer, freier Blick wird spürbar in seinen Texten, den Gesprächen, dem Kosmos seiner Notizbücher, den zahlreichen bisher unveröffentlichten Polaroids.
Eintritt: 6,-/5,- € I Weimarpass: 1,- €
02.04. I 17.00 Uhr mit anschließender Diskussion
Europa - ein Kontinent als Beute
D 2016, 78 min
R: Christoph Schuch

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Über Jahrzehnte hielt das Versprechen von Frieden und wachsendem Wohlstand die Europäer zwischen Finnland und Zypern zusammen. Doch seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 ist das europäische Projekt auf Schlingerkurs und steckt heute in seiner größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Neoliberale Wirtschaftskonzepte, korrupte Eliten und global agierende Banken und Konzerne spalten zunehmend den Kontinent; Arbeitsrechte und Sozialstandards werden immer mehr aufgeweicht; Völkerhass, Klassenkämpfe und Nationalismus greifen um sich und treiben immer mehr Menschen in die Hände von Rechtspopulisten. Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA wird zu einer Entspannung der Situation kaum beitragen. Im Anschluss an den Film laden wir ein zu Diskussionsrunde mit dem Regisseur Christoph Schuch und weiteren Gästen.
Eintritt: 6,-/5,- € I Weimarpass: 1,- €
04.04. & 05.04. I 10.00 Uhr (Schulkino)
04.04. & 05.04. I 19.00 Uhr

Nicht ohne uns!
D 2016, 87 min, FSK o. A.
R: Sigrid Klausman

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15 Länder, 16 Kinder, 5 Kontinente, 1 Stimme - so unterschiedlich ihr Lebensumfeld, so unterschiedlich ihre Persönlichkeiten auch sind, so sehr ähneln sich ihre Ängste, Hoffnungen und Träume und die eindrückliche Mahnung unsere Welt zu erhalten. Egal ob privilegiert aufwachsend in der westlichen Wohlstandsgesellschaft oder in den armen Regionen Afrikas oder Asiens und unmittelbar konfrontiert mit Kinderarbeit, Prostitution, Krieg und Gewalt, haben alle diese Kinder die universelle Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden, Glück, Freundschaft und Liebe. Sie eint die Ablehnung und die Angst vor Krieg und Gewalt. Und jedes einzelne dieser Kinder macht sich Sorgen um die Natur und die damit verbundene Zerstörung ihres direkten und indirekten Lebensraums. Alle 16 Kinder lassen uns Teil haben an ihren Gedanken, Wünschen, Ängsten und Hoffnungen.
Eintritt: 6,-/5,- € I Weimarpass: 1,- € I Schüler 4,- €